Meilensteine der Vereinsgeschichte

1933  Gründung

Lange vor der Gründung der FAG Fellbach --- Otto Ehrmann und Alfred Ebinger (3. u. 4. v.l.)
Lange vor der Gründung der FAG Fellbach --- Otto Ehrmann und Alfred Ebinger (3. u. 4. v.l.)

"Heute Abend treffen sich die Mitglieder der FAG Fellbach in der Gewerbeschule“ – diese Anzeige stand am 6. Oktober 1933 im Fellbacher Tagblatt. Schon seit 1930 hatten sich einige Fellbacher, die von der Fliegerei begeistert waren, immer wieder getroffen. Zu der Gründungsversammlung kamen dann Gotthilf Schulin, Ernst Mack, Walter Hafner, Alfred Wolf, Hermann Kuhnle und Wilhelm Ernst.

Gotthilf Schulin
Gotthilf Schulin
Ernst Mack
Ernst Mack
Walter Hafner
Walter Hafner
Alfred Wolf
Alfred Wolf
Hermann Kuhnle
Hermann Kuhnle
Wilhelm Ernst
Wilhelm Ernst

Nach der Zeit der großen Arbeitslosigkeit war natürlich keinerlei finanzielle Grundlage vorhanden, eines der damals vorhandenen Flugzeugtypen zu bauen. Die intensive Suche der sechs Gründungsmitglieder führte dann aber bald zur Einrichtung einer Werkstatt, die auf dem Areal der damaligen Krumm’schen Nährmittelfabrik angemietet werden konnte.
Gotthilf Schulin war flugtheoretisch etwas vorgebildet. Dazu kamen zwei neue Mitglieder – Alfred Ebinger und Otto Ehrmann – die schon einige Zeit  bei einer Cannstatter Fliegergruppe Erfahrungen im Bau von Gleitflugzeugen sammeln konnten.

1934  Bau einer Grunau 9

Mit geringsten Mitteln ging man so an den Bau des ersten Gleitflugzeuges – einer Grunau 9. Nach der Fertigstellung wurde das Flugzeug auf den Namen „Maikäfer“ getauft. Auf dem Exerzierplatz in Ludwigsburg und an der Teck wurden die ersten Starts mit dem Gleiter gemacht. Damals startete man die Gleitflugzeuge noch mit einem Gummiseil. Dieses wurde V-förmig ausgelegt, am Schwanzende war ein Auslösehaken. An jedem der beiden Seilhälften rannten dann einige Fliegerkameraden los. Dann wurde der Starthaken ausgelöst und das Flugzeug erhob sich einige Meter in die Luft. Im ebenen Gelände gelangen so natürlich nur kleine Hüpfer. Am Hang an der Teck konnten aber von den Fortgeschrittenen schon länger dauernde Gleitflüge durchgeführt werden.

 

Ernst Rienth in der Grunau 9
Ernst Rienth in der Grunau 9

1937  Zögling 35 und Grunau Baby

Der Zögling
Der Zögling
Das Grunau Baby startklar auf der Ebene
Das Grunau Baby startklar auf der Ebene

Die politischen Umstände führten dazu, dass der Flugsport in Deutschland nur noch von den Gruppen ausgeübt werden konnte, die sich dem NSFK angeschlossen hatten. Um weiter fliegen zu können, traten auch die Fellbacher Flieger der Landesgruppe Württemberg dieser Organisation bei. Dies wurde durch die Zusage schmackhaft gemacht, bald ein zweites Gleitflugzeug zu erhalten. Ein SG 38 wurde dann auch 1937 zugeteilt. Da Gotthilf Schulin der damaligen politischen Führung
nicht gefügig genug war, übernahm Alfred Wolf die Leitung der Fellbacher Flieger.

Jetzt fehlte der Gruppe nur noch ein richtiges Segelflugzeug. Auch dieser Traum ging Ende 1937 in Erfüllung. Mit einer großen Sammelaktion und Umlagen in der Gruppe kam der Kaufpreis von 1600 Reichsmark zusammen. Der damalige stellvertretende Bürgermeister Zimmermann taufte das Grunau Baby im Hof der Volksschule in der Kirchhofstraße auf den Namen „Kappelberg“. Mit diesem Flugzeug konnten jetzt richtige Segelflüge am Hang durchgeführt werden. Auch die damals ganz neue Technik des thermischen Segelflugs wurde natürlich ausprobiert.

Bedingt durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche durften die Flieger 1938 mit  ihren Flugzeugen viele Wochen die Fellbacher Markung nicht verlassen. Doch Not macht erfinderisch. Von der „Ebene“ auf dem Kappelberg machten sie bei Südwestwind mit dem Grunau Baby Starts mit dem Gummiseil. Die Landungen mussten dann auf dem freien Feld zwischen
Fellbach und dem Lindle erfolgen.

1939  Erster Überlandflug

Eine für damalige Verhältnisse fliegerische Höchstleistung brachte Otto Ehrmann zustande. Nach einem Gummiseilstart von der Ebene fand er so gute thermische Aufwinde, dass er sich zu einem Flug in Richtung Osten entschlossen hat. Er landete schließlich nach ca. 50 Kilometer auf dem Flugplatz Hornberg bei Schwäbisch Gmünd. 

1940  Erster größerer Bruch

Missglückte Landung des Grunau Baby
Missglückte Landung des Grunau Baby

Die Fellbacher Flieger hatten inzwischen schon eine gewisse Erfahrung mit den Starts auf dem Kappelberg und auch mit den Landungen auf den Äckern beim Lindle. Bei einem Flug im Winter verschätzte sich der Pilot bei der Landung. Er setzte etwas spät auf und kam auf dem gefrorenen Boden so sehr ins Rutschen, dass er erst nach einem Hüpfer über die Stuttgarter Straße zwischen zwei Pappelbäumen der Straßenbahnallee zum Halten kam. Beide Flügel gingen dabei zu Bruch. Der Schaden war so groß, dass man das Flugzeug zur Reparatur weggeben musste. Die Fellbacher Flieger bekamen dann aber umgehend ein neues Grunau Baby 2b. Es war das erste Baby in Württemberg, das im Flügel Bremsklappen hatte.

In der Freude über das neue Flugzeug dachte keiner daran, dass die schnelle und unbürokratische Lieferung durchaus gefördert wurde. Man brauchte ja gut ausgebildeten Fliegernachwuchs für den unseligen 2. Weltkrieg, der damals gerade begonnen hatte. Dreizehn hoffnungsvolle, flugbegeisterte junge Männer sind damals gefallen oder gelten heute noch als vermisst.  

1950-1951  Neuer Anfang

Wieder war es Gotthilf Schulin, der in den Jahren nach dem Krieg immer wieder Zusammenkünfte plante. Alle hofften, dass das Flugverbot von den Siegermächten bald wieder aufgehoben wird. Dies war dann 1950 so weit. Es durften Interessengemeinschaften von Flugbegeisterten gegründet werden. Das Startverbot war weiterhin in Kraft. Am 26. August 1950 wurde im Rahmen einer Zusammenkunft spontan der Beschluss gefasst, einen Segelflieger-Club Fellbach zu gründen. Von den 80 Anwesenden trugen sich 32 sofort als Mitglied ein. Als Vorstand wurde Gotthilf Schulin gewählt. Otto Ehrmann übernahm den Posten des 2. Vorstands.

 

Am 2. Mai 1951 wurde der Segelflug in Deutschland wieder zugelassen. Die intensive Suche nach einer geeigneten Werkstatt war dann im Dezember 1951 erfolgreich. In der damaligen ganz alten Kelter auf dem jetzigen Freibadgelände fanden die Flieger einen Raum, der dann auch gleich mit dem Wenigen, das von früher übrig war, eingerichtet wurde.

1952  Bau des Doppelraab

Planung des Doppelraab - v.l.: Alfred Ebinger, Gotthilf Schulin, Otto Frey
Planung des Doppelraab - v.l.: Alfred Ebinger, Gotthilf Schulin, Otto Frey
Alfred Ebinger gewinnt den Ziellandewettbwewrb beim Doppelraabtreffen in Kornwestheim
Alfred Ebinger gewinnt den Ziellandewettbwewrb beim Doppelraabtreffen in Kornwestheim

Schon im Januar 1952 begann unter dem Werkstattleiter Otto Frey der Bau des Schulungsdoppelsitzers Doppelraab. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der Doppelraab am 26. Juli 1953 von der Gattin des Oberbürgermeisters Dr. Graser auf den Namen „Maikäfer“ getauft.

1953  Bau des B-Spatz

Rohbau des B-Spatz
Rohbau des B-Spatz
Lackierung des B-Spatzes im Freien
Lackierung des B-Spatzes im Freien

Leider wurde den Fliegern nach der Fertigstellung des Doppelraab die Werkstatt gekündigt, da auf dem Gelände der Bau des Freibads begann. Nach langer Suche fanden sie eine Bleibe in einer ehemaligen Seifensiederei in der Schwabstraße. Dort wurde gleich nach dem Umzug mit dem Bau eines einsitzigen Segelflugzeugs vom Typ B-Spatz begonnen. Die Werkstatt war so klein, dass an der Eingangstüre ein Zelt angebaut werden musste, damit man um die Helling mit den Flügeln herumgehen konnte.

Trotz dieser Widrigkeiten wurde der B-Spatz bis zum Sommer 1955 fertig und wurde von Oberbürgermeister Dr. Graser auf den Namen „Bote vom Kappelberg“ getauft.

1956  Baubeginn Schleppwinde / Werkstatt in der Alten  Kelter

Das soll einmal eine Schleppwinde werden ...
Das soll einmal eine Schleppwinde werden ...

Ende 1956 bahnte sich auch eine Werkstattlösung an. In der jetzigen alten Kelter erhielten die Flieger von der Stadt-verwaltung einen für ihre Begriffe riesigen Raum. Unter der Bauleitung von Heinz Egelhof wurde dort ein Werkstattraum eingebaut. Auf dem Dach dieser Werkstatt hatte es genügend Platz für ein Büro. In dem verbleibenden Raum vor der Werkstatt war Platz für mindestens drei Flugzeuganhänger.
In der Werkstatt konnte dann auch der Bau der Schleppwinde abgeschlossen werden. Gleich anschließend wurde ein gebrauchter Doppelsitzer grundüberholt, der den Fellbachern von einer befreundeten Fliegergruppe geschenkt wurde.

Die Fliegergruppe Fellbach entwickelte sich in den Folgejahren kontinuierlich weiter. Der Flugzeugpark veränderte und vergrößerte sich, zwei neue Winden wurden gebaut. Die jetzige Werkstatt entstand auf dem Bauhofgelände.

1971  Neue Vereinsführung

Im Frühjahr 1971 legte Gotthilf Schulin sein Amt als 1. Vorsitzender der Fliegergruppe Fellbach nieder. Auch sein Stellvertreter Otto Ehrmann stellte sein Amt zur Verfügung. Die Mitgliederversammlung wählte Wolfgang Bährle als 1. Vorsitzenden. Horst Leyrer wurde sein Stellvertreter. Gotthilf Schulin wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Otto Ehrmann wurde das erste Ehrenmitglied der Fliegergruppe Fellbach.

Frau Palm tauft die Ka 6 auf den Namen "Maikäfer"
Frau Palm tauft die Ka 6 auf den Namen "Maikäfer"
Frau Barth tauft den Cirrus auf den Namen "Kappelberg"
Frau Barth tauft den Cirrus auf den Namen "Kappelberg"

 Eine der ersten Amtshandlungen der neuen Vereinsführung war die Organisation eines Fliegerballs in der alten Stadthalle. Gleich zwei Flugzeuge wurden dabei getauft. Frau Palm, die Gattin des damaligen Oberbürgermeisters Guntram Palm, taufte die Ka 6 auf den Namen „Maikäfer“. Frau Barth taufte den von ihrem Mann tatkräftig gesponserten Standard Cirrus auf den Namen „Kappelberg“.

1972  Kauf des Blanik / Fliegerurlaub in Tain L'Hermitage

Irmgard Bährle, Otto Ehrmann, Erika u. Walter Laffsa in Prag (v.l.)
Irmgard Bährle, Otto Ehrmann, Erika u. Walter Laffsa in Prag (v.l.)
Ausreise am tscheschichen Zoll
Ausreise am tscheschichen Zoll

Die Entwicklung des Flugzeugparks der Fliegergruppe Fellbach wird zwar in einem eigenen Kapitel erzählt, jedoch war der Kauf des Blanik etwas besonderes und soll deshalb schon hier erwähnt werden.

Der alte Schulungsdoppelsitzer Bergfalke hatte jetzt doch schon eine große Anzahl von Starts hinter sich und hätte eine Grundüberholung nötig gehabt. Deshalb entschlossen wir uns, ein neues robustes Flugzeug anzuschaffen. Da die Kunststoff-Flugzeuge als Doppelsitzer damals auch schon sehr teuer waren, fiel die Wahl auf ein Ganzmetall-Flugzeug vom Typ Blanik. Dieser Doppelsitzer wurde von einigen wenigen Fliegergruppen in Deutschland schon geflogen. Er wurde in der damaligen Tschechoslowakei gebaut. Die Einfuhr in Bundesrepublik musste über die Außenhandelsbank in Frankfurt abgewickelt werden.

Otto Ehrmann, Erika und Walter Laffsa und Irmgard und Wolfgang Bährle machten sich dann auf den Weg, um das neue Flugzeug abzuholen. Ausgestattet mit sämtlichen Papieren und Visa zur Überwindung des damals noch recht dichten Eisernen Vorhangs mussten zuerst in Prag bei einer Außenhandelsfirma die gesamten Unterlagen für die Ausfuhr abgeholt
werden. Da der Flieger noch am selben Tag über die Grenze gebracht werden musste, ging eine rasante Fahrt mit dem Flugzeughänger von Prag nach Brünn zum Hersteller des Flugzeuges. Nur mit allen möglichen Schmiermitteln - wie Nylonstrümpfen, Kugelschreiber usw. – konnten die Mitarbeiter in der Fabrik dazu bewegt werden, das Flugzeug trotz Feierabend noch versandfertig zu machen. Auf den aller letzten Drücker gelang dann aber doch noch die Ausreise nach
Österreich, wo dann die Strapazen bei einem Heurigenabend in Wien bald vergessen waren.

 

Der Feldflugplatz im Drome-Tal
Der Feldflugplatz im Drome-Tal
Monsieur Dr. Paul Durand, Buergermeister von Tain und die Fellbacher Segelflieger
Monsieur Dr. Paul Durand, Buergermeister von Tain und die Fellbacher Segelflieger

Auf Vermittlung des Vorstands der Flieger von Tain – Bernard Allemand – waren die Fellbacher Flieger auf einem Flugplatz bei Saillans an der Drome zu Gast. Zwei Wochen wurde dort über der wunderschönen Landschaft geflogen. Mit der Ka 8, die von Madame Durand einige Jahre zuvor auf den Namen „Tain l’Hermitage“ getauft wurde, waren die Flieger auf dem Rathausplatz in Tain. Diese Veranstaltung fand in der Presse großen Widerhall. Im Jahr darauf wurde dieses Fliegerlager dann mit großem Erfolg wiederholt.

1974  Höhenflüge in Aosta / Kündigung der Werkstatt

Warten auf die lange Welle in Aosta
Warten auf die lange Welle in Aosta
Wolfgang Bährle nach seinem Höhenflug auf 8000 m
Wolfgang Bährle nach seinem Höhenflug auf 8000 m

In ersten Jahren nach der Wiederzulassung des Segelflugs nach dem Krieg war es das Bestreben eines jeden Segelfliegers, die damals begehrten Leistungsabzeichen zu erringen. Da war zuerst die Silber-C. Dazu mussten ein Überlandflug von 50 Kilometern, ein Höhengewinn von 1000 Metern und ein 5-Stunden-Flug absolviert werden. Mit den ersten Flugzeugen, die nach dem Krieg zur Verfügung standen, waren diese Bedingungen schon noch eine Leistung. Mit den besser werdenden
Flugzeugen stiegen auch die Anforderungen an den Leistungssegelflug. Die ersten Fellbacher erfüllten dann auch die Bedingungen zur Gold-C. Diese sind auch heute noch ein 300-Kilometer-Flug und ein Höhengewinn von 3000 Metern. Die Gold-C kann man dann auch noch mit Diamanten schmücken. Dafür müssen ein Zielflug über 300 Kilometer, ein Höhengewinn von 5000 Metern und ein Flug über 500 Kilometer gemacht werden.

Horst Leyrer und Wolfgang Bährle hatten alle Bedingungen bis auf den 5000-Meter-Höhengewinn erfüllt. Deshalb fuhren die beiden an Ostern 1974 nach Aosta. Dort herrschen im Frühjahr oft ideale Bedingungen in der sogenannten „langen Welle“, um Flüge in große Höhen durchzuführen. Ausgerüstet mit Sauerstoff und dick eingemummt gelangen dann auch Flüge bis 8000 Meter Höhe. Zusammen mit Walter Jud waren die Beiden jetzt die ersten Fellbacher, welche die Gold-C mit allen Diamanten errungen hatten. Jahre später kam nochmals ein weiterer Schmuck zur Gold-C dazu – das Fähnlein für  einen 1000-Kilometer-Flug. Diese Leistung hat aber bis heute kein Fellbacher Flieger erbracht.

 

Die jetzt wieder als Schmuckstück dastehende alte Kelter wurde 1974 für baufällig erklärt. Allen Betrieben, die dort eingemietet waren und natürlich auch der Fliegergruppe Fellbach wurde gekündigt. Jetzt ging die Suche nach einer Werkstatt wieder los.

1977  Klaus Lindenmaier wird zweiter Vorsitzender

Bei der Hauptversammlung 1977 waren Neuwahlen angesetzt. Wolfgang Bährle wurde im Amt des ersten Vorsitzenden bestätigt. Als zweiter Vorsitzender wählten die Mitglieder Dr. Klaus Lindenmaier. Diesen Posten übte er 22 Jahre bis 1999 aus.


1978  Umzug zum Flugplatz in Bartholomä

Abschied vom Hornberg
Abschied vom Hornberg
Erster Flugtag in Bartholomä
Erster Flugtag in Bartholomä

Nachdem einige Fellbacher Flieger sich einen Wohnwagen angeschafft haben, gab es auf dem Hornberg immer mehr Probleme mit dem Landschaftsschutz, weil dort kein genehmigter Campingplatz zur Verfügung stand. Da auch der Flugbetrieb am Samstag immer mehr durch die Segelflugschule eingeengt wurde, suchten die Fellbacher Flieger eine Lösung, wo geflogen
werden konnte und die Möglichkeit zum Camping gegeben war. Diese wurde auf dem Amalienhof bei Bartholomä gefunden. Fridolin Wohlfahrt und Siegfried Perzl, zwei begeisterte Flieger, hatten dort zusammen mit den Heubacher Fliegern und der Akademischen Fliegergruppe Stuttgart einen wunderschönen, topfebenen Flugplatz gebaut. Da dort noch genügend Platz für weitere Flugzeuge war, haben die beiden sofort zugestimmt, dass die Fellbacher nach Bartholomä kommen können.

Am 15. April 1978 erfolgte schließlich der Umzug.

1980  Kauf des Twin Astir / Gotthilf Schulin hört auf

Im Laufe des Jahres 1980 kauften die Fellbacher Flieger ein doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ Twin-Astir. Mit der Inbetriebnahme dieses modernen Flugzeuges begann auch Dietmar Link seine Tätigkeit als Fluglehrer. Genau zum
richtigen Zeitpunkt. Denn Gotthilf Schulin, der trotz seines Alters immer noch die Flugschüler ausbildete, erlitt beim Flug mit einem Motorsegler einen Herzinfarkt. Dank seiner großen Erfahrung brachte er das Flugzeug sicher zu Boden und wurde gleich in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine aktive Fliegerlaufbahn war damit nach weit über 3000 Starts beendet.

Der neue Doppelsitzer "fliegt" in der Schabenlandhalle
Der neue Doppelsitzer "fliegt" in der Schabenlandhalle
Frau Kiel tauft den Twin Astir II auf den Namen "Stadt Fellbach"
Frau Kiel tauft den Twin Astir II auf den Namen "Stadt Fellbach"
Frau Kiel als  Passagier im Twin
Frau Kiel als Passagier im Twin

Der Twin-Astir II wurde im Januar 1981 im Rahmen eines großen Balls in der Schwabenlandhalle von Frau Kiel, der Gattin des damaligen Oberbürgermeisters, auf den Namen „Stadt Fellbach“ getauft. Der Präsident des BWLV, Dr. Kunz und viele namhafte Personen waren Gäste der Fellbacher Flieger. Die Taufpatin und Oberbürgermeister Kiel waren dann auch zu einem Besuch auf dem Amalienhof und sind im Fellbacher Doppelsitzer mitgeflogen.

1981  DG 100 / Fellbacher Ferienspaß

Im Herbst 1981 wagten wir uns an ein Projekt, das für alle Neuland war. Durch die Vermittlung von Walter Laffsa kamen wir an einen stark beschädigten Kunststoffsegler vom Typ DG 100. Der Rumpf wurde in Eigenarbeit repariert, die Tragflächen kauften wir rohbaufertig beim Hersteller des Flugzeugs in Bruchsal. Dorthin mussten wir auch nach jedem Baufortschritt fahren, um dem Bauprüfer zu zeigen, dass ordentlich gearbeitet wurde. Nach fast eineinhalb Jahren Arbeit konnte Klaus Lindenmaier auf dem Flugplatz Forchheim bei Karlsruhe den ersten Start mit der DG 100 machen.

Klaus Lindenmaier vor dem Erstflug mit der reparierten DG 100
Klaus Lindenmaier vor dem Erstflug mit der reparierten DG 100

Im Jahr 1981 startete die Stadtverwaltung das Projekt Ferienspaß für Daheimgebliebene. Die Fellbacher Segelflieger waren von Anfang an dabei. Seit 36 Jahren dürfen jeweils ca. 15 Kinder im Fellbacher
Doppelsitzer einen Flug über der Ostalb machen. Bis auf ganz wenige
Ausnahmen war an diesen Flugtagen immer richtig schönes Flugwetter, so dass die meisten Kinder zwei- oder gar dreimal an die Reihe kamen. Oft blieb noch Zeit, dass die begleitenden Eltern auch noch zu einem Flugerlebnis kamen. Die Teilnahme am Ferienspaß-Fliegen ist für die Kinder immer kostenlos.


1983 - 50 Jahre Fliegergruppe Fellbach

Ein großes Fest stand 1983 auf dem Programm – die Fliegergruppe Fellbach wurde 50 Jahre alt. An zwei Wochenenden feierten die Fellbacher Flieger. Am  ersten Wochenende waren in der Schwabenlandhalle bei einer vielbesuchten Ausstellung ein großer Teil unseres Flugzeugparks und auch historische Schulgleiter zu sehen. Eine Woche später fand dann in unserer Werkstatt eine zweitägige Hocketse statt. Bei wunderschönem Wetter kamen sehr viele Besucher und genossen die guten Speisen und Getränke bei zünftiger Musik durch die Stadtkapelle Fellbach. Bei einer reichhaltigen Tombola konnten viele schöne Preise gewonnen werden. Der erste Preis war ein Flug mit der Deutschen Lufthansa.

Volles Haus in der Werkstatt...
Volles Haus in der Werkstatt...
...und vor der Werkstatt
...und vor der Werkstatt
...sowie in der Schwabenlandhalle
...sowie in der Schwabenlandhalle

1985  Erneuerung der Werkstattfassade

Eine Riesenarbeit haben sich Fellbacher Flieger im Jahr 1985 vorgenommen. Der Kunstharzputz der Fassade der Werkstatt hatte im Laufe der Zeit an vielen Stellen Schäden bekommen, die auf der Holzkonstruktion kaum zu reparieren waren. Wir haben uns deshalb entschlossen, die ganzen Außenwände mit Zementfaserplatten zu verkleiden. Dazu musste zuerst eine Unterkonstruktion aus Dachlatten angebracht werden. Erst darauf konnten dann die Platten befestigt werden. Nach vielen Wochen Arbeit stand die Werkstatt dann in neuem Kleid da.

Roberto Vercher (o.) und Hermann Eichner (u.) bei der Arbeit
Roberto Vercher (o.) und Hermann Eichner (u.) bei der Arbeit

1987  Gotthilf Schulin

Der Gründer der Fliegergruppe Fellbach und langjährige Vorsitzende, Gotthilf Schulin, ist am 13. Januar 1987 gestorben. Mit 18 Jahren begann er in Cannstatt seine Fliegerlaufbahn. Über 3000 Schulstarts hat er als Fluglehrer seit 1940 gemacht. Als Prüfungsrat und Fachlehrer an der Segelflugschule Hornberg war er nicht nur für seine Fellbacher im Einsatz. Vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband erhielt er für seinen unermüdlichen Einsatz für die Fliegerei die Goldene Ehrennadel und vom Deutschen Aeroclub die Silberne Ehrennadel. 1981 wurde ihm als einer der Ersten die neu geschaffene Goldene-A für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Fluglehrer verliehen.

Gotthilf Schulin
Gotthilf Schulin

1988  Baubeginn der neuen Winde

Ein technisch äußerst anspruchsvolles Projekt wurde 1988 in Angriff genommen. Eine der modernsten Startwinden mit zwei Trommeln sollte in den kommenden Jahren entstehen. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das technische Wunderwerk bei einer Hocketse im Rathaushof der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die neue Winde im Rathaushof
Die neue Winde im Rathaushof

1989  Otto Ehrmann

Am 1. September 1989 ist Otto Ehrmann verstorben. Auch seine Fliegerlaufbahn begann mit 18 Jahren in Cannstatt. Als 1933 die Flug-und Arbeitsgemeinschaft Fellbach gegründet wurde, war auch Otto fast von Anfang an dabei. Schon 1939 flog er alle drei Bedingungen für das Silberne Leistungsabzeichen. Im zweiten Weltkrieg hat Otto Ehrmann fast alle Flugzeugtypen geflogen, auch den gefürchteten Stuka-Sturzkampfbomber. Bei der Neugründung 1950 wurde er als 2. Vorsitzender gewählt. Für seinen Einsatz für die Fliegerei erhielt Otto Ehrmann die Silberne Ehrennadel des Deutschen Aeroclubs und die Goldene-A für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Fluglehrer.

Otto Ehrmann
Otto Ehrmann

1990 Kauf des Motorseglers

Ein Meilenstein in der Geschichte der Fliegergruppe Fellbach war 1990 der Kauf eines motorgetriebenen Flugzeuges. Der bei Vereinen beliebte Motorsegler SF 25 C wurde bei der Firma Scheibe in Dachau bestellt. Wolfgang Bährle und Heinrich Mädl holten das Flugzeug beim Hersteller ab und machten bei herrlichem Flugwetter den Überführungsflug nach Bartholomä.

Der Motorsegler ist das am meisten geflogene Flugzeug der Fellbacher. Er wurde auch schon für viele bemerkenswerte Flüge eingesetzt. Unter anderem war er am Nordkap und hat schon ganz Europa umrundet.

Hermann Eichner (li.) und Heinrich Mädl im neuen Motorsegler
Hermann Eichner (li.) und Heinrich Mädl im neuen Motorsegler

1993 - 60 Jahre Fliegergruppe Fellbach

Das 60-jährige Jubiläum der Fliegergruppe Fellbach wurde 1993 im Rathaushof gefeiert.

 

Der Höhepunkt des Festes war die Taufe von zwei neuen einsitzigen Segelflugzeugen vom Typ Discus.

 

Die beiden Segler wurden von den Enkeln der ehemaligen Mitglieder Gotthilf Schulin und Otto Ehrmann auf deren Namen getauft.

 

Die Enkel von Gotthilf Schulin (li.) und Otto Ehrmann (re.) bei der Taufe
Die Enkel von Gotthilf Schulin (li.) und Otto Ehrmann (re.) bei der Taufe

1998  Sanitärgebäude für den Fliegercampingplatz

Die alte Hütte, die auf dem Fliegercampingplatz als Not-WC diente, war so baufällig geworden, dass wir uns  entschlossen haben, eine neue zu bauen. Die Einzelteile dazu wurden von Wolfgang Bährle mit einem CAD-Programm
geplant und unter seiner Leitung auch in der Werkstatt angefertigt. Eingemessen von Wolfgang Heck, wurden die Fundamente betoniert. Die Wasserinstallation wurde von Jürgen Wertenbach überwacht, der dieses Handwerk bei seinem Vater gelernt hat. Das Aufstellen der Fertigteile war eine Freude, da alles dank CAD millimetergenau passte. Auch für diese Baustelle gab es einen Richtspruch:

 

Diese Hütte hier aus Holz
ist der Flieger ganzer Stolz.
Sie bietet Platz für Schaufeln, Hacken,
zwei Räume zum brunzen oder kacken,
auch kann man seinen Körper pflegen,
kurzum – sie ist ein wahrer Segen!
Geht pfleglich um – behandelt sie schön,
dann kann sie Generationen übersteh'n!

Richtfest beim Bau der Sanitärhütte
Richtfest beim Bau der Sanitärhütte

1999  Neuer Vorstand

Nach 28 Jahren legte Wolfgang Bährle 1999 sein Amt als erster Vorsitzender nieder. Auch Dr. Klaus Lindenmaier kandidierte bei den anstehenden Wahlen nicht mehr für das Amt des zweiten Vorsitzenden.  Wolfgang Flumm, der über 30 Jahre Schriftführer der Fliegergruppe Fellbach war, nutzte den Generationswechsel an der Vereinsspitze, sein Amt an einen Jüngeren abzugeben.

Für die vielen Jahre, die Wolfgang Flumm ehrenamtlich tätig war, erhielt er vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband
die Wolf-Hirth-Medaille.

Hermann Eichner, 1. Vorsitzender
Hermann Eichner, 1. Vorsitzender
Reinhard Weisner, 2. Vorsitzender (vo.)
Reinhard Weisner, 2. Vorsitzender (vo.)
Peter Herbich (li.) übernimmt den Büroschlüssel von Wolfgang Flumm
Peter Herbich (li.) übernimmt den Büroschlüssel von Wolfgang Flumm

Bei den Neuwahlen wurde Hermann Eichner mit großer Mehrheit zum ersten Vorsitzenden gewählt. Reinhard Weisner erhielt die meisten Stimmen zum Zweiten Vorsitzenden. Das Amt des Schriftführers übernahm Peter Herbich.

Als erste Amtshandlung ernannte Hermann Eichner seinen Vorgänger Wolfgang Bährle zum Ehrenvorsitzenden der Fliegergruppe Fellbach.

2003  Kauf des Discus 2T

Die Tendenz bei den Leistungsflugzeugen ging immer mehr in Richtung der Konstruktionen, die mit einem Klappmotor ausgestattet sind. Diese Flugzeuge erlauben dem Piloten, bei nachlassender Thermik trotzdem zum Heimatflugplatz
zurück zu kommen. Die bei normalen Segelflugzeugen dann
unvermeidliche Außenlandung birgt erstens die Gefahr, dass bei einem ungeeigneten Landeplatz das Flugzeug beschädigt wird. Zweitens nimmt die Rückholaktion mit dem Anhänger  mindestens zwei Personen je nach Entfernung viele Stunden in Anspruch.

Es wurde daher beschlossen, auch ein solches Flugzeug – einen Discus 2T – anzuschaffen. Im Frühjahr 2003 konnte das Flugzeug beim Hersteller Schempp-Hirth in Kirchheim abgeholt werden.

Abholung des Discus 2T bei Schempp-Hirth
Abholung des Discus 2T bei Schempp-Hirth

2008 - 75 Jahre Fliegergruppe Fellbach

2010  Grundüberholung Motorsegler

2013  Fluglager Learn2Fly / Neues Windenfahrgestell

2016  ....